Faltstraßengerät (FSG)

Das FSG ist ein Gerät zum maschinellen Verlegen und Aufnehmen der Faltstraße. Es besteht aus:

dem Fahrgestell Lkw 15t glw A1

der fest angebauten Verlegeeinrichtung

der Faltstraße aus Aluminium, die aus 18 mit Gelenken verbundenen Faltstraßenabschnitten zusammengebaut ist.

 

Das FSG wurde gemeinsam mit Frankreich entwickelt und im September 1991 offiziell an die französische und deutsche Truppe übergeben. Die Faltstraße soll die Befahrbarkeit von sandigen, morastigen Gelände, Flussufern und Flussböschungen sicherstellen. Es können mit der Faltstraße Zufahrten und Umgehungen hergestellt werden. Durch das Aneinanderverlegen von mehreren Faltstraßen können auch Versorgungsplätze usw. errichtet werden. Das Verlegen von 50 m Faltstraße dauert etwa 10 Minuten, die Wiederaufnahme dauert etwa 20 Minuten.

Zum verlegen der Faltstraße werden zwei Gurtbänder am ersten Abschnitt befestigt und über die Verlegeeinrichtung zu den beiden Hinterrädern geführt. Bei der Rückwärtsfahrt des FSG wird die Faltstraße nach hinten über die Verlegeeinrichtung gezogen. Der Aufnahmegurt wird gleichzeitig unter der Faltstraße verlegt und sichert dabei die Faltstraße gegen ein unkontrolliertes Abrollen. Beim Aufnehmen der Faltstraße wird der Aufnahmegurt mit der Winde der Verlegeeinrichtung verbunden und die Faltstraße beim Vorwärtsfahren langsam über die Verlegeeinrichtung auf das Fahrzeug gezogen und abgelegt. Zum Verlegen und Aufnehmen werden nur 2 Mann benötigt.

 

Das französische MATS ist vom Aufbau der Verlegeeinrichtung identisch mit dem FSG. Das Transportfahrzeug ist dort ein dreiachsiger Renault TRM 10.000 Lkw und die Faltstraße hat bedingt durch die geringere Nutzlast eine Länge von 40 m.

Technische Daten

Länge - Transportstellung

11,37 m

Höhe - Transportstellung

Unbeladen 3,60 m

Beladen 3,42 m

Transitmaß 3,02 m

Breite - Transportstellung

- mit Faltstraße

- ohne Faltstraße

 

3,00 m

2,50 m

Leergewicht

19,5 t

Gesamtgewicht mit Faltstraße

29,0 t

Höchstgeschwindigkeit

85

Besatzung

2

MLC

33

Die Daten wurden aus der entsprechenden TDv entnommen.

Die folgenden Bilder zeigen das unbeladene FSG in Marschbereitschaft, die seitlichen Rungen am Drehtisch sind eingeklappt.

Die folgenden Bilder zeigen das FSG fertig zur Aufnahme eines neuen Mattensatzes. Die seitlichen Rungen / Einweiser sind aufgeklappt.

Die folgenden Bilder zeigen das mit einer Faltstraße beladene FSG, was fehlt ist nur noch die Ladungssicherung in Form von Spann- bzw. Zurrgurten. 

Bei dem folgenden FSG ist der Mattensatz mit einer Plane abgedeckt. Der Grund ist hier nicht der Schutz vor Witterungseinflüssen sondern der Schutz vor frühzeitiger Erkennung, also es geht hier mehr um die Tarnung des FSG.

Der Verlegevorgang

 

Nachdem das FSG an der Verlegestelle angekommen ist, wird der Verlegetisch mit dem Mattensatz um 90° gedreht und nach hinten Richtung Abrollbügel geschoben und damit in Verlegestellung gebracht. Die beiden Auffahrbänder werden über den Abrollbügel geführt und hinter den Hinterrädern positioniert. Der Aufnahmegurt wird ebenfalls mit der Winde verbunden. Damit sind die vorbereitenden Aufgaben erledigt. Durch Rückwärts fahren werden die Auffahrbänder zwangsläufig verkürzt und damit das erste Element des Mattensatz über den Abrollbügel gezogen. Der Wiederaufnahmegurt fungiert hier zusammen mit der Winde als Bremse um ein unkontrolliertes abrollen der Faltstraße zu verhindern.

Bei einigen Fahrzeugen ist die Faltstraße durch Ketten gesichert, das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme im Rahmen der Ausstellung falls der Wiederaufnahme-/Bremsgurt reissen sollte.

Die folgenden Bilder zeigen den Verlegevorgang aus unterschiedlichen Perspektiven.

Das FSG ist bereit zur Wiederaufnahme der Faltstraße. Der Aufnahmegurt ist mit der Winde verbunden und braucht nur noch gespannt zu werden. Bei langsamer Vorwärtsfahrt werden die Abschnitte über den Abrollbügel gezogen und falten sich auf dem Drehtisch des FSG zusammen.

Die folgenden Bilder zeigen den Wiederaufnahmevorgang.

FSG mit MSA

Einige FSG wurden nachträglich mit einer MSA versehen. Die Funktions- und Arbeitsweise entsprechen der ungeschützten FSG, einzig das Gewicht des Fahrzeuges ist höher.

50m Mattensatz FSG

 

Ersatzfaltstraßen werden auf speziellen Palettenrahmen nachgeführt. Die Palettenrahmen können auf jeden Lkw verladen werden der über ein Befestigungssystem für 20ft Container verfügt. Das Umladen des Faltstraßenpaketes vom Palettenrahmen auf das FSG oder umgekehrt erfolgt mit einem Kran. Die Faltstraße ist so aufgebaut das einzelne beschädigte Elemente bei Bedarf jederzeit leicht ersetzt werden können. Die Faltstraße ist auch mit der eingeführten Schnellbaustraße kombinierbar. Die für die Schnellbaustraße eingeführte Schleppvorrichtung kann auch bei der Faltstraße verwendet werden. Bei der Faltstraße sind in dem 1. und in dem 18. Abschnitt 8 Stahlplatten an Stelle der Standadplatten verbaut werden, daraus ergibt sich ein höheres Gewicht.

 

Technische Daten

Satzlänge

50 m

Abschnittlänge

2,77 m

Abschnitte

18

Fahrbahnnennbreite

4,20 m

Einzelplattengewicht

10 kg

Abschnittgewicht FSA 1 + 18

610 kg

Abschnittgewicht FSA 2 bis 17 je

508 kg

Gesamtgewicht 50 m

93380 kg

Dauerbelastbarkeit

bei extrem weichen Boden

MLC 25 Rad

MLC 60 Kette

Lager- und Transportgestell FSG

Unbeladen

Transport Lkw 

 

Die folgenden Bilder zeigen das unbeladene Lager- und Transportgestell auf verschiedenen Lkw. Diese Bilder werden ergänzt, sobald mir entsprechendes Fotomaterial vorliegt.

Beladen mit einem 50 m Mattensatz

Transport Lkw 

 

Die folgenden Bilder zeigen das beladene Lager- und Transportgestell auf verschiedenen Lkw. Diese Bilder werden ergänzt, sobald mir entsprechendes Fotomaterial vorliegt.

Niederländische Version

 

Die niederländische Landmacht setzt ebenfalls die FSG auf dem Lkw MAN 15t mil gl A1 mit dem 50m Mattensatz ein.  Einzige Änderung zur deutschen Version sind die RKL vorne am Fahrerhaus und hinten im Abrollbügel.

 

Abkürzungen FSG

FSG

Faltstraßengerät

FSA

Faltstraßenabschnitt

glw

Geländegängig mit Winde

MLC

Militärische Lastenklasse

MATS

Moyen d’Amélioration de la Traficabilité des Soles - M i t t e l zur Verbesserung der Befahrbarkeit von Böden

MSA

Modulare Schutzausstattung