Das militärische Stichwort

AUTOKO

 

Beginnend ab dem Herbst 1977 wurde das Automatisierte Korpsstammnetz (AUTOKO) in der Bundeswehr eingeführt. Die Einführung erfolgte in drei, in sich geschlossenen, Abschnitten. Die folgende Beschreibung gilt für den Endausbau nach dem dritten Einführungsabschnitt.

Das AUTOKO-Netz ist ein gitterförmiges, raumdeckendes feldmäßiges Draht-/Richtfunknetz, welches das Operationsgebiet eines Korps bis in Höhe der Divisionshauptgefechtsstände mit Knotenvermittlungen erschließt. Es bietet Anschlußmöglichkeiten sowohl für quasi-stationäre Teilnehmergruppen (z.B. Gefechtsstände) als auch für hochbewegliche Teilnehmer (z.B. Brigade- und Divisionstruppen) und für Einzelteilnehmer in der Tiefe des Raumes.

Das AUTOKO-Netz besteht aus der Fernebene mit:

  • Rechnergesteuerten Knotenvermittlungen, die zugleich Fernmeldeanschlußstellen sind.
  • Digitalen, bündelgeschlüsselten 12/24-kanaligen Richtfunkverbindungen.
  • Analogen Leistungsbündeln aus dem festen Netz der damaligen Deutschen Bundespost.

Das AUTOKO-Netz besteht aus der Endebene mit:

  • Analogen Feldwählvermittlungen für die Gefechtsstände des Korps, der Divisionen und Brigaden (nur Rück).
  • Den Teilnehmeranschlüssen über Draht.
  • Den Anteilen für den drahtlosen Anschluss beweglicher Teilnehmergruppen und Einzelteilnehmer.

Die wesentlichen Leistungsmerkmale sind:

  • Die Selbstwahlmöglichkeit durch den Teilnehmer.
  • Die siebenstelligen Rufnummern, ableitbar aus der Führungsebene, der Teilstreikraft und der Truppengattung, der Nummer des Großverbandes/Truppenteil/Einheit, dem Bereich der Funktion des jeweiligen Teilnehmers. Dadurch kommt keine Rufnummer im gesamten Heer ein zweites Mal vor. Zur Ableitung der Rufnummer genügt eine Taschenkarte, das erstellen von Telefonbüchern kann entfallen. Dieses Rufnummernsystem wird (1977) NATO-weit Gültigkeit haben.
  • Die automatische Wegsuche und Teilnehmerfindung, ohne dass der rufende Teilnehmer wissen muss, bei welcher Vermittlung oder Fernmeldeanschlußstelle der gewünschte Teilnehmer angeschlossen ist. Dieses Leistungsmerkmal wirkt sich vor allem bei raschen und häufigen Bewegungen im Netz sowie bei Teilzerstörungen und Besetztfällen positiv aus, da es die Erreichbarkeit eines jeden Teilnehmers sicherstellt, der an das Netz angeschlossen ist und zu dem noch irgendein Übertragungsweg führt.
  • Berechtigungsstufen, die besonders wichtigen Teilnehmern die Möglichkeit für eine unverzügliche Verbindungsaufnahme zu gewünschten Teilnehmern im Besetztfalle bieten.
  • Möglichkeit der Sprach-, Fernschreib-, Bild- und Datenübertragung (bis 2400 bit/s) wahlweise auf demselben Kanal (Einheitskanal), d. h. das zeitaufwendige Herausschalten von Sondernetzen und von Sonderverbindungen entfällt.
  • Abhörsichere Richtfunkverbindungen.
  • Automatische Übergangsmöglichkeiten in benachbarte automatisierte Netze.
  • Möglichkeit der Überwachung des AUTOKO-Netzes von einer zentralen Stelle aus.

Ein Knotenvermittlungstrupp besteht aus:

  • Einem Lkw 5t tmil mit FM Kabine II.
  • Einem Anhänger 1,5t und SEA.

Ein Feldwählvermittlungstrupp besteht aus:

  • Einem Lkw 2t tmil gl mit FM Kabine I.
  • Einem Anhänger 1t und SEA.

Bild: Wählfernsprecher WF70

 

Archiv: Ulrich Wrede, Zusammenfassung eines Berichtes aus 1980.