Logistiktruppe

Ein wichtiges Thema beim Militär ist die Logistik und es gibt kein Thema beim Militär welches stiefmütterlicher behandelt wird als eben die Logistik. Das war aber schon immer so, schließlich kann man mit Logistik weder Ehren noch Orden gewinnen. Zu den Logistiktruppen zählt alles was mit Beschaffung, Versorgung, Transport und Instandsetzung zu tun hat. Die alten Nachschub-, Transport- und Instandsetzungseinheiten sind aufgegangen in den neuen Logistikeinheiten.

In der Vergangenheit wurden Troßeinheiten erst zu Beginn eines Militärischen Konflikts kurzfristig aufgestellt. Man hielt bestenfalls schon etwas Material (Wagen und Geschirr) in Depots bereit, aber das Personal und die Zug- und Transporttiere mussten beschafft werden. Das ging vom Anwerben bis zur Zwangsverpflichtung von dem Personal, die Tiere wurden gekauft oder im Feindesland auch gerne Requiriert (was man auch mit Diebstahl im Staatsauftrag bezeichnen kann). Die Zuverlässigkeit und der Zustand dieser Troßtruppen waren in der Regel immer Mangelhaft.

Ab 1853 begann man in Deutschland schon in Friedenszeiten Trainsoldaten auszubilden und Traineinheiten aufzustellen. Was das Gesamtbild der Troßtruppen nachhaltig verbesserte. Um den schlechten Ruf des Troß loszuwerden, benannte man die Truppen in Train um. Erkennbar waren die Trainsoldaten an der hellblauen Abzeichenfarbe, die sich bis heute erhalten hat. Von den kämpfenden Truppen wurde der Train trotzdem nicht ernst genommen, auch wenn die Abhängigkeit offensichtlich war. So wurden die Trainsoldaten auch gerne als Veilchendragoner, Zwiebackkutscher, Peitschenhusar oder als Kolonne Brrr bezeichnet. Ein Spottgedicht ging so:

Die schönste Truppe ist der Train,

er trägt den Säbel nur zum Schein.

Seine Klinge, die ist festgelötet,

damit er niemand aus Versehen tötet.

Hier möchte ich nun den Blick auf das Transportwesen konzentrieren.

Die Transportlogistik hat folgende Aufgaben: Das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort in der richtigen Menge und Qualität bereitzustellen. Zu diesem Zweck brauchte es diverses rollendes Material. Aufgrund von Ausbildungs- und Bedienungsvorschriften war es von Vorteil das rollende Gerät zu Vereinheitlichen bzw. zu standardisieren. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges spielten Pferde- bespannte Fuhrwerke noch eine wichtige Rolle in den Streitkräften. Einzig die US-Army setzte im 2. Weltkrieg keine Pferde im Nachschub mehr ein und nutzte nur noch Motorfahrzeuge. In der Bundeswehr wurde von Anfang an auf Tiere im Logistikbereich mit Ausnahme im Hochgebirge verzichtet.

Die Wehrmacht setzte im weiten Teilen die Heeresfeldwagen ein. Spätere Modelle waren aus Stahl gefertigt und konnten auch hinter Motorfahrzeugen gehängt werden.

An Lastkraftwagen setzte die Wehrmacht eine Vielzahl von Lkws ein. Der bekannteste von diesen Lkws war der Opel Blitz, aber auch aus den besetzten Gebieten wurden viele Typen übernommen. Das Ganze war sehr unübersichtlich und ein Albtraum für die Instandhaltung. Man versuchte schon früh auch hier eine Standardisierung zu erzielen, was aber nie gelang.

 

In der frühen Bundeswehr wurde zu Beginn um einen schnellen Aufbau zu gewährleisten auch eine große Anzahl verschiedener Lkw eingeführt. Einige bewährten sich gut und blieben lange im Bestand, andere verschwanden wieder schnell aus den Bestandslisten.
 

 

Die zweite Fahrzeuggeneration sollte das Problem endgültig lösen, aber auch hier war der Vater Wunsch des Gedankens. Zwar wurde eine gewisse Vereinheitlichung erreicht, trotzdem gab es immer noch eine politisch gewollte Typenvielfalt.

Die jetzige Situation erinnert wieder mehr an das Durcheinander der Wehrmacht, war es bei der Wehrmacht noch kriegsbedingt so ist es heute eher einer angeblichen Kostenersparnis geschuldet. So ist ein großer Teil des Fuhrparks nicht mehr Bestandteil der Bundeswehr sondern angemietet von einer Gesellschaft deren Anteile nicht zu 100% bei der Bundeswehr liegen.