Pionierpanzer 2 Dachs

Der Pionierpanzer Dachs wurde durch Umrüstung aus den 36 Pionierpanzer 1 und 104 Bergepanzer 2 Standard kampfwertgesteigert. Er gehört damit zur Familie des Leopard 1 und reiht sich dort nahtlos ein. Die Bundeswehr beschaffte für die Pioniertruppe also 140 Dachse. Auch die Kanadische Armee beschaffte 9 CEV „Badger“, allerdings waren das Neubaufahrzeuge und unterscheiden sich geringfügig in der Ausrüstung vom Dachs.

 

Gegenüber seinem Vorgänger weist der Dachs folgende Verbesserungen auf:

  • Anstelle des Kranauslegers verfügt der Dachs über einen Teleskoparm mit einem Tieflöffel mit 1,1m³ oder 0,6 m³ Inhalt. Die maximale Baggerleistung mit dem großen Tieflöffel beträgt 140 m³/h, wobei die maximale Grabtiefe 5050 mm beträgt. Mit einem am Teleskoparm angebrachten Lasthaken ist das Heben von Lasten, je nach Ausladung, von 2,5 bis 7,7 t möglich. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist eine elektronische Überlastwarnanlage installiert.
  • Eine mit Verlängerungskabel versehene Fernsteuerung ermöglicht die Bedienung des Baggers sowohl vom Tauchschacht aus (beim Einsatz im Gewässer), als auch von außerhalb des Dachs. Arbeiten im Gewässer sind mit Tiefwatausstattung bis 2,25 m Wassertiefe möglich, im günstigsten Fall bleiben Bagger, Räumschild und Winde sogar bis 4 m Wassertiefe einsetzbar.
  • Zusätzliche leistungsfähige Lenzpumpen verringern die Ausfallwahrscheinlichkeit bei einem Gewässereinsatz. Eine Spüleinrichtung zur Reinigung der Kühler für das Triebwerk und der Hydraulikanlage ermöglicht einen Dauereinsatz in stark verschmutztem Wasser.
  • Das Räumschild ist mit Abreißkanten versehen, die bewirken dass sich das geschobene Erdreich früher vom Schild löst und sich so die Reibungskräfte verringern. Die Schildbreite lässt sich durch am Räumschild angebrachte, verschiebbare Seitenteile auf 3,75 m erweitern. Dadurch wird verhindert dass Räumgut in die Kettenspur gelangt. Außerdem sind am Räumschild zwei klappbare Reißzähne angebracht.
  • Bagger und Räumschild erhalten die benötigte Energie über eine Hydraulikanlage, die elektrohydraulisch angesteuert mit Konstantpumpen und einem Arbeitsdruck von ca. 300 bar arbeitet.
  • Für die Schweiß- und Schneidanlage steht ein Generator mit einem 50 V Schweißanschluß zur Verfügung.
  • Die Kommandantenkuppel und Fahrerluke sind mit kippbaren Winkelspiegeln ausgerüstet. Damit ist eine lückenlose Beobachtung der Arbeitsgeräte auch unter Panzerschutz gewährleistet.

 

Das Herzstück des Dachs ist der rechts angebrachte Teleskopbaggerarm mit einem Tieflöffel. Der seitliche Schwenkbereich ist auf 195,5° beschränkt, in der Höhe sind es 60° nach oben und unten also gesamt 120°. Die Tieflöffel sind mit Wasserablaufbohrungen versehen, das erleichtert die Arbeiten am oder im Wasser. Der Dachs ist in der Lage nach Vorbereitung bis zu 4m unter Wasser zu arbeiten. Auf diese Weise Können Flussufer von der Wasserseite bearbeitet werden, um ein Übersetzen der Truppe zu erleichtern.

Der Baggerarm kann auch für leichte Kranarbeiten herangezogen werden, dazu hat jeder Dachs einen Kranhaken an Bord.

Eine weitere wichtige Komponente ist das Räumschild. Es befindet sich vorne am Dachs und lässt sich schnell auf 3,75 m verbreitern. Mit dem Räumschild können in der Stunde bis zu vier Stellungen für Kampfpanzer hergerichtet werden. Das Räumschild dient aber auch als Stützschild für den Dachs um ihn bei Bagger- und Kranarbeiten einen sicheren Stand zu verleihen.

Ebenfalls zur Ausstattung des Dachs gehört eine Winde mit 34,5 t Zugleistung im Einzelzug oder bis zu 69 t im Doppelzug. Damit kann der Dachs im Notfall auch Panzer bergen.

Außen an den Fahrzeugen findet man in letzter Zeit neue Boxen. Diese sollen das außenliegende Bordwerkzeug besser gegen Verlust und Diebstahl schützen. 

Technische Daten PiPz 2 Dachs

Fahrgestell

Selbsttragende Panzerstahlwanne

Antrieb

Kette

Baujahr

1989 - 1990

Indienststellung

1989

Außerdienststellung

-/-

Motor

MTU Mb 838 Call-500

Motor Typ

Viertakt-Mehrstoff

Kühlung

Wasser

Zylinderzahl / Anordnung

10 / V

Hubraum

37400 cm³

Leistung

610 kW

Kraftstoff

Diesel

Kraftstoffverbrauch l/100km / l/h

 

Fahrbereich

Ca.650 km

Höchstgeschwindigkeit

62

Länge

(Bagger und Räumschild in Marschstellung)

9,01 m

Breite

3,25 m

Höhe

2,57 m

Leergewicht

42,5 t

Gefechtsgewicht / zul. Gesamtgewicht

43,0 t

MLC

48

Besatzung

3

Spez. Bodendruck kg/cm²

0,92

Bodenfreiheit

0,44 m

Grabenüberschreitfähigkeit

2,50 m

Watfähigkeit

1,00 m

Tiefwatfähigkeit

2,25 m

Unterwasserfahrfähigkeit mit Zusatzeinrichtung

4,00 m

Steigungswinkel

50 %

Kletterfähigkeit / Stufensteigfähigkeit

0,90 m

Fla MG

MG 3

Hauptwinde

Zugkraft (Einfachzug)

350 kN

Seillänge

90 m

Baggeranlage

Schwenkwinkel

195,5°

Wippwinkel Teleskoparm

+/- 60°

Reichweite Teleskoparm

(horizontal von Mitte Schwenklager)

9,18 m

Arbeitshub Teleskoparm

2,10 m

Grabtiefe max.

5,05 m

Arbeitshöhe max.

8,30 m

Inhalt Tieflöffel

1,1 m³ oder 0,6 m³

Baggerreißkraft

125 kN

Baggerdruckkraft

85 kN

Baggerleistung

140 m³/h

Grenzlasten im Hebezeugeinsatz (mit Räumschildabstützung und Schwenkbereich 195,5 °

Ausladung 7,92 m

2,6 t

Ausladung 5,82 m

4,5 t

Ausladung 5,43 m

5,1 t

Ausladung 3,98 m

7,7 t

Verfahrbare Lasten

(ohne Räumschildabstützung)

Wie Grenzlasten, jedoch mit Schwenkbereich 0° und max. Fahrgeschwindigkeit von 5 km/h

Räumschild

Breite

3,25 m

Breite mit Seitenteilen

3,75 m

Höhe

0,94m

Reißtiefe

0,40 m

Geschwindigkeit beim Reißen und Räumen max.

8 km/h

Räumleistung

270 m³/h

Vorbereitet zur Unterwasserarbeit

Verhüllt mit der Panzerplane

Die PiPz Dachs wurden alle mit den neuen Werkzeugboxen nachgerüstet.

Verhüllt mit der Panzerplane

Abkürzungsverzeichnis

PiPz

Pionierpanzer

CEV

Combat Engineer Vehicle